Besuch im Ausland zu bekommen, ist etwas besonderes. Vor allem in Australien finde ich. Da kommt nicht jeder mal eben so hin. Nun waren wir in der glücklichen Situation und hatten zwei Wochen lang Besuch. Grund genug, um dem vom Herbst gebeutelten Deutschen die sonnige Seite der Erde zu zeigen. Um dann noch den großen Touristenschwärmen zu entkommen, die es hier in Sydney ja durchaus gibt, haben wir usn entschieden, mit dem Auto die Südküste entlang zu fahren. Ist zwar kälter als im Norden (erinnere an die südliche Hemisphäre…) ist aber viel weniger bebaut und auch viel weniger bekannt bei den Übersee-Touris;-) - und deshalb leer.
Rund 220 Kilometer im Süden - was sich hier in Australien dank zahreicher Zwischenstopps und kurviger Straßen auf einen mindestens halbtägigen Trip ausbreiten kann - war unser Endziel. Cunjurong Point. Hinter der Stadtgrenze von Sydney ging es quasi ohne Abbiegen geradeaus, irgendwann mussten wir links ab und 15 Kilometer durch einen Wald. Am Ende war dann Cunjurong Point, neben Bundalong und Manyana. Im Prinzip Wohngebiete mit jeweils einer telefonzelle. In Cunjurong Point gab es auch noch einen kleinen Laden, der aber zum Kauf angeboten war.
Unser Häuschen war das letzte an der Straße, direkt am Strand. Leider konnte man das Meer nicht sehen, ein kleiner Regenwald-Rest trennten und vom Wasser. Hören konnte man die Wellen aber schon.
Mit dem Board unterm Arm und Bengt auf dem Rücken gingen wir zu unserem ersten Strandbesuch. Nach einer Minute standen wir an einem perfekten Strand, weit und breit keine Menschenseele. Wir hatten die Wellen nur für uns. Ziemlich geil.
Die große Überraschung und der BEweis, dass man wirklich in der Natur wohnte, kam am nächsten Morgen. Dass es in der Gegen Kängeruhs gab, darauf hatten uns während der Fahrt durch den Wald schon diverse Straßenschilder aufmerksam gemacht. Dass die Tiere morgens und abends gerne auf der Lichtung ihr Gras fressen, das wussten wir auch. Dass sie es aber direkt in unserem Garten machen würden, rund drei Meter von unserem Frühstückstisch enfernt - damit hatten wir nicht wirklich gerechnet. BEngt flippte schier aus und die Kängeruhs schienen gerade von seinen Quiekgeräuschen und Dadada-Rufen angelockt zu werden. Scheu waren die Tiere nicht. Später erfuhren wir, dass in der Hauptsaison von Mitte Dezember bis Mitte Februar viele Australier hier Urlaub machen, die Kängeruhs Menschen also doch gewöhnt sind.
Trotzdem war das eine tolle Frühstücksbeilage und das ausgerechnet auch noch am Geburtstag!
Wer sich entscheidet, für einen längeren Zeitpunkt nach Syndey zu gehen und dort eine Wohnung sucht, für den ist der folgende Blog vielleicht nicht uninteressant. Auf der Seite gibt es viele viele hilfreiche Infos von/ für Deutsche in Australien.
http://www.australien-blogger.de
Sydney ist eine sehr sehr große Stadt, im Vergleich zur Fläche Australiens aber hat es in ungefähr die Größe eines Fliegenschisses (tzzzz). Wenn man also “mal eben” aus der Stadt fährt, benötigt man alleine dafür schon mindestens 90 Minuten - zumindest wenn man am Strand wohnt, so wie wir, und ins Landesinnere möchte.
Ist man aber erstmal draußen, dann ist man wirklich draußen. Will heißen: nur noch die Straße und der Straßenrand mit seinen überdimenionalen Werbeschildern erinnert an Zivilisation, der Rest ist Natur. Fährt man dann noch ein Stündchen länger, gibt es auch keine nervigen Werbeschilder mehr oder sagen wir mal, nicht alle gefühlten 10 Sekunden. Endlich scheint man dann im “echten” Australien angekommen zu sein.
Doch was ist eigentlich das echte Australien? Aus der Sicht des Europäers ist es wohl das: roter Sand, Kängeruhs, Männer mit Hüten á la Crododile Dundee (am besten noch ausgestattet mit dem langen Messer),endlos lange Straßen und ab und zu mal ein Riesen-Truck. Links und rechts Wüste. Ist das Australien? Oder ist es das stinknormale Großstadtleben, dass in jeder Großstadt der Welt so relativ gleich ist: morgens geht man zur Arbeit, abends kommt man nach Hause, genießt bei einem Waldspaziergang/Joggingrunde/Surfen/Wiesenrunde/Besuch in der Bar-Abend/Fußballgucken usw) noch den Abend und dann gehts ins Bett und der nächste Morgen und damit das frühe Aufstehen kommt wieder viel zu schnell…
Irgendwie ist das ziemlich schwer, denn natürlich ist die enorme Weite und die Menschenleere und das “Crododile Dundee-Abenteuer” der größte geographische Teil Australiens. Menschen aber können hier natürlich nicht oder nur schwierig wohnen (vielleicht dann, wenn sie im Umkreis von 50 oder 200 Kilometern die einzigen sind, die eine Bar inklusive Zimmernutzung bewirten und vielleicht auch noch eine Tankstelle besitzen). Knapp 22 Millionen Menschen leben in Australien, rund 92% davon in Städten, (ungefähr 4,5 Millionen Menschen wohnen in Sydney) und fast alle Städte liegen am Strand, also ist der typische Australier, was die Statistik betrifft, wohl eher ein Großstadtmensch und kein Crocodile Dundee.
Was ist also der typische Aussi?
Den typischen gibts natürlich nicht. Dort, wo wir wohnen, gibt es überdurchschnittlich viele Akademiker. Hier werden überdurchschnittlich viele Jeeps durch die Gegend gefahren, obwohl man nicht wirklich weiß, ob die Autos nur in der Stadt oder tatsächlich im Gelände “ausgefahren” werden. Die Sydneysider, wie sich die in Sydney Wohnenden bezeichnen, wohnen am liebsten in EInfamilienhäuser sofern sie sich das leisten können. Viele können sich das leisten. Laut einer neuen Studie rangiert Australien nach Norwegen und Schweden (glaube ich) auf Rang drei der wohlhabensten Länder der Welt. Der Reichtum der Australier ist durch den hiesigen hohen Immobilienwert begründet. Viele Menschen besitzen hier ein Haus, was hier sehr viel wert ist.
Der Unterschied zum “durchschnittlichen” Deutschen besteht wohl am ehesten darin, dass der Sydneysider seinen Tag fast schon vor Sonnenaufgang beginnt insofern er am Strand wohnt. Und zwar mit Sport. Einmal bin ich schon um sieben Uhr morgens am Strand gewesen um ein wenig zu schwimmen. Alleine, wie ich mir ausgemalt hatte,würde ich die schöne Bucht durchschwimmen und dabei die esten Sonnenstrahlen genießen. Pustekuchen.
Als ich ankam, war Stress angesagt: Rund 30 junge Menschen in den gleichen T-Shirts, robbten schiwtzend durch den Strandsand, keuchend schleppten sie sich von einer Fahnenstange zur nächsten, zwischendurch boxten sie sich, liefen auf der Stelle, machten Liegestütz - alle im gleichen Takt und mitten unter ihnen stand ein Mann in Military-Hose und Manchester United Trikot und blies in eine Trillerpfeife… Das ganze nennt sich Boot camp und ist bei jungen Büroangestellten anscheinend hoch im Kurs.
Ok.
Aber im Wasser, dachte ich, hört man den Stress ja nicht.
Dort allerdings war es richtig voll. Für die Uhrzeit zumindest. Rund 10 Schwimmer waren im Wasser und schwammen die Bucht (rund 500 Meter) rauf und runter. An der Wasserkante liefen ungefähr 20 Jogger an der Promenade nochmal ein paar Dutzend.
Ein ähnliches Bild bietet sich dann am Abend nach Feierabend. Dann wird wieder wie verrückt gelaufen, geschwommen, gesurft, gekajakt, getaucht, ge…, ge…., ge….Tagsüber, wenn der brave Australier arbeitet, ist der Strand von Touristen, die in der gefährlichen Sonne brutzeln und sich die Haut ruinieren, bevölkert.
Der typische Australier in dem Ortsteil, in dem ich wohne, ist also sehr sportlich.

Kängeruhs in den Blue Mountains
Nun sind wir gerade von unserer ersten Abenteuer-Reise zurückgekommen. Drei Tage Blue Mountains - viel wandern in Sonne und Regen, die erste Zeltnacht mit Baby inklusive Ausblick auf eine grasende Kängeruh-Familie vor dem Zelteingang. Was ich festgestellt habe: die boxen sich tatsächlich! Sieht sehr lustig aus;-)
Später mehr…
Wie bereits geschrieben, sind die Leute hier in Sydney extrem sportlich. Überall joggen sie mit ihrem Astral-Körper durch die Gegend, an den Stränden türmen sich fast die Surfer im Wasser, (was für Anfänger wie mich nicht gerade toll ist, weil man die ja alle umfahren muss…) und wenn die Leute im Wasser nicht gerade surfen, schwimmen sie durch die Wellen ode fahren Kajak, boogie board oder was auch immer. Am Strand hocken immer nur die Mütter und gucken verliebt ihren Kleinen beim Buddeln zu. So auch ich.
Mit der Zeit wird das langweilig. Das klingt wahrscheinlich echt gemein - ist aber so. Eigentlich sollte ich stolz beobachten, wie mein Sohn sich langsam aufrichtet, immer sicherer in seinem Stand wird, mir jede einzelen Möwe am Strand zeigt, jede Muschel, jeden Stein, jede Welle… immerzu da, da, da. Das ist alles sehr süß, aber manchmal eben langweilig. Ein bisschen Abwechslung tut da Not.
Heute habe ich mir diese gegönnt und einen Mama-Sport-Kurs-inklusive-Nanny mitgemacht. Das war gut, anstrengend und jemand anderes hatte meinen Sohn auf dem Arm und Vögel beobachtet.
Der Kurs war ein durchschnittlicher Bauch-Beine-Po-Kurs, über die ich mich normalerweise lustig mache. Heute nicht. Heute war es toll.
Denn wer hat während einer schweißtreibenden Sport-Stunde schon einen Blick aufs Meer, wo soeben ein Super Swell ist und sich gut trainiert Surfer im Wasser tummeln. Wer hat beim Bauch-Beine-Po-Kurs schon die Möglichkeit, einen Wal zu beobachten (sofern das bei der Anstrengung überhaupt ging, habe ich versucht, einen Blick auf die Fontänen zu erhaschen..). Wer macht schon sowas? Hmm? Klar, sportverrückte Mütter.
Ich glaub, das war nicht mein letzter Bauch-Beine-Po-Kurs hier in Australien…
Ok, es hörte sich hier bisher alles ein wenig negativ an, wie mir einige von euch gesagt haben. Hmm, doof. Das kann man aber einfach ändern:
Neulich beim Joggen haben Bengt und ich einen riesigen Schwarm Delphine beobachtet. Es waren so rund 30 Tiere, Baby-Delphine waren auch dabei (auch wenn ich das nicht unterscheiden konnte ehrlich gesagt, aber ein anderer Beobachter hat mich aufgeklärt).
Ich muss sagen, das war eine schöne Zwischenstation beim Joggen.
Als wir nach rund einer halben Stunde keine Lust mehr auf Delphine hatten, schließlich kann man sie hier öfter sehen, habe ich Bengt weiter geschoben. Immer an der Küste entlang (genau an dem Walk, an dem einem ständig die vielen Jogger begegnen - ich war dannjetzt auch einer von denen;-). Zehn Minuten nach der Begegnung mit den Delphinen waren wir dann an einem ganz netten Strand. Es waren fünf andere Leute da, recht viel, schließlich war es werktags, mittags und offiziell noch Winter. Bengt und ich haben dort noch eine Pause eingelegt, haben den Blick aufs Wasser genossen, Muscheln gesammelt, Sandburgen gebaut, Möwen beobachtet und mit den Wellen gespielt. Sehr entspannend. Schließlich gab es dann noch einen leckeren Obstsalat, den wir uns geteilt haben. In einem Café direkt am Strand. Hier in den Cafés gibt es fast immer Hochstühle für Kinder, dieses Café hatte sogar einen inklusive Babyspielzeug, so dass wir beide (Bengt mit Spielzeug, ich mit Zeitung) entspannen konnten. Falls man sich überhaupt noch mehr entspannen kann, als wir beiden eh schon waren.
Nach eben der langen Pause ging es dann weiter mit dem Joggen (wie man sich vorstellen kann, war das ganze nicht wirklich Sport sondern nur eine art Bewegungstherapie, die aber durchaus empfehlenswert ist).Vorbei an zwei weiteren Stränden, mindestens drei Mal bergauf und bergab, bis in unsere Wohnung.
Dann war es drei Uhr, und wir hatten noch den ganzen Nachmittag Zeit, an unserem Heimstrand zu spielen und zu Toben.
Ich bin in der Nähe von Bremen aufgewachsen und wenn wir in der Stadt waren, habe ich immer die Radfahrer beneidet, die wie selbstverständlich durch die „große“ Stadt gefahren sind. Radfahren in der Stadt fand ich irgendwie cool. Logisch, dass wir mit unserem Sohn so früh wie möglich mit dem Rad unterwegs waren. Er saß bequem hinten im Fahrradanhänger, während wir in die Pedalen getreten haben. Natürlich haben wir den Anhänger mit nach Sydney genommen. „Hab ich denn Lust, die ganze Zeit spazieren zu gehen mit dem Kinderwagen“, hab ich gedacht, „da kann ich doch besser Rad fahren.“ Pustekuchen.
Fahrradfahren ist hier nicht so angesagt. Es gibt hier nur sehr wenige Menschen, die mit dem Rad fahren, geschweige denn, ein Fahrrad für den Weg zur Arbeit nutzen. Entweder, die Sydneyer fahren grundsätzlich nur Rennrad oder gar kein Rad. Oder aber sie leihen sich ein Fahrrad für den ganzen Tag, um im Centennial Park damit herum zu fahren (einmal im Kreis sind rund 5 Kilometer…). Und das ist dann auch schon eine große Herausforderung. Hagen hat einmal mitgehört, wie ein Verkäufer im Radladen einer Frau erklärt hat: „Wenn es bergauf geht, nimmt man die kleinen Gänge, wenn es bergab geht, die großen…“ – das erklärt wirklich so einiges.
Es fährt also kaum ein Mensch Fahrrad in Sydney, was einerseits wohl damit zusammen hängt, dass es in Sydney wirklich sehr sehr hügelig ist (nicht so flach wie in Bremen oder München) und die Aussis das einfach deshalb nicht machen, weil sie faul sind. Andererseits ist es aber auch sehr gefährlich, denn weil eben kaum einer fährt, wissen die Autofahrer ja auch nicht, wie sie sich einem Fahrradfahrer gegenüber verhalten sollen. Also ignorieren sie ihn einfach. Leider gibt es keine Radwege und wenn, sind diese auf der Straße und die Autofahrer bekommen das gar nicht mit.
Deshalb wurde der Fahrradanhänger von uns noch nicht als solcher benutzt.
Neulich gab es sogar eine Fahrrad-Demo von der Radfahrer-Lobby. Dabei protestierten sie dagegen, dass Radfahren in der Stadt so gefährlich ist. Die Zeitungen waren Wochen darauf noch voll mit Leserbriefen, die sich gegen die Radfahrer aufregten. Autofahrer hatten Angst davor, dass Fahrradfahrer ihnen die Straßen „wegnehmen“.
Tja.
Natürlich gibt es auch viele Leute, die sich für eine Verbesserung der Sicherheit für Radfahrer einsetzen und die dafür sind, dass mehr Fahrradwege gebaut werden. Einerseits wird damit geworden, dass Radfahren ökologischer als Autofahren ist, andererseits wird die Fitness hervorgehoben.
Also, wenn man Urlaub in Australien machen will, sollte man sich das Fahrradfahren abschminken. Eine Stadtbesichtigung mit dem Fahrrad ist nicht wirklich sinnvoll, da geht man doch lieber zu Fuß.
Was hier in Sydney besonders ausgeprägt ist, ist der Körperkult. Geht man in durchschnittlicher Alltagskleidung an einem ducrhschnittlichen Wochentag egal zu welcher Uhrzeit an der Küste spazieren, ist man mit Sicherheit eine Ausnahme. Nicht, dass sonst kein Mensch unterwegs ist. Nein. Fast alle Passanten tragen Sportkleidung. Zu 90 Prozent erlaubt es diese, den nackten Körper des Models zu erahnen. Fast alle tragen Wasserflaschen mit sich, obwohl sich das bei 18 Grad Außentemperatur nicht wirklich lohnt. Ausnahmslos alle schwitzen und keuchen, was bei dem Rauf und Runter an der südlichen Ostküste von Sydney auch kein Wunder ist.
Ein perfekter Körper scheint hier in Sydney einen besonderen Wert zu haben, schließlich quälen sich die Leute ja nicht zum Spaß. Sie sehen zumindest nicht so aus, als hätten sie Spaß. Das ist wirklich schade, denn die Natur, die man unterwegs sehen kann ist schon atemberaubend. Alle 1-2 Kilometer kommt eine Bucht, dazwischen superschöne Felsküste, an der die Wellen toben. Ab und an kann man Wale beobachten, die zur Zeit an der Küste entlang schwimmen. Man könnte das Laufen also auch genießen.
Leider scheint der Sport für viele eher ein Pflichtprogramm zu sein. Kein Wunder, schaut man mal in die Zeitschriftenregale. Eine Sportzeitschrift neben der anderen reiht sich dort. Mal geht es um die besten Lauftipps, dann die besten Abnehmtipps, eine ganze YogaZeitschrift gibt es und sogar ein Vorher–Nachher-Magazin, in dem die Leser (meistens Frauen) von ihren erfolgreichen Diät- inklusive Sportprogrammen berichten. Jede einzelne Story natürlich ausgiebig bebildert. Das ist schon krass.
Wenn man da mit seinem Baby im Tragsack oder im Kinderwagen die Küste entlang marschiert, kommt man sich richtig faul vor. Ich dürfte wahrscheinlich auch keinem sagen, dass ich alleine davon schon Muskelkater habe…
Der Fitness-Wahn geht aber noch weiter. Denn ist das Laufen alleine nicht mehr genug oder nichts besonderes mehr, schafft man sich eben einen Personal-Trainer an. Keine Besonderheit hier. Heute Vormittag zum Beispiel, quälte sich eine junge Frau am Strand. Nachdem sie mit hochrotem Kopf zahlreiche Sit ups machen, die Stufen am Strand hoch und runter laufen und dann noch einige Sprints im Sand machen musste, holte ihre gestählte Personal Trainerin die Boxhandschuhe raus. Nach rund 15 Minuten Boxtraining war sie fix und fertig. Das ganze Programm absolvierte sie auf der Strandpromenade. Bengt und ich waren allerdings die einzigen, die das alles mit großen Augen angeschaut haben. Anscheinend ist das öffentlich sich-selbst-quälen normal hier.
Ist aber ja auch logisch. Schließlich startet demnächst die Bikini-Saison.
Bei dem Wort AUSTRALIEN denkt man an Backpacker, Strand, Crodcodile Dundee, Surfen. Hier gehts denn Leuten gut, denn sie haben Natur, immer gutes Wetter und sind alle irgendwie total entspannt.
Tatsächlich wird hier aber auch Politik gemacht. Leider sollte man wohl sagen. Denn sie können es nicht sonderlich gut. Die EInwohner interessiert Politik dementsprechend wenig, meiner Meinung nach sind hauptsächlich die Zugewanderten aus Europa/Deutschland, politikinteressiert, die aber dürfen meistens nicht wählen. Sie leben zwar hier, haben aber die australische Staatsbürgerschaft nicht angenommen. Ob das so ein Sinn der SAche ist, weiß ich zwar auch nicht, steht aber jetzt auf einem anderen Blatt. Vor gut zweo WOchen haben nämlich die Australier ihr neues Parlament gewählt. Ergebnis: Die Labours (vergleiche SPD in Deutschland) sind gleichauf mit den Liberals (eher schwarz/gelb), wobei die Liberals hier noch einen Schlag konservativer sind als die in Deutschland. Tony Abbott, Premierminister-Kandidat der Liberalen, leugnet den Klimawandel, hat sich als homophob geoutet, ist gegen Abtreibung. Irgendwie hört da der Traum vom Traumland auf. Fortschrittlich würde ich das nicht nennen. Ich hoffe, dass das Endergebnis für die Labours ausgeht. Vielleicht können sie sich ja mit den Grünen einigen.
In den vergangenen zwei Wochen haben die Parteien nun mit drei Unabhängigen gesprochen. Die drei Politiker kommen aus unterschiedlichen BEzirken, müssen sich aber alle einigen, mit welcher Partei sie sich zusammenschließen wollen bzw. welcher Partei sie ihre Stimme/ihren Sitz geben wollen. Das ist ganz spannend. Auch bei den dreien ist ein arger Hinterwäldler dabei, der den Klimawandel komplett abstreitet und gesagt haben soll. ” dann pflanzen wir bei uns in Cairns eben ein paar Bäume hin und dann ist alles wieder in Ordnung.” Die anderen Unabhängigen teilen seine Einschätzung (zum Glück) überhaupt nicht und es kann also noch etwas länger dauern mit der Entscheidung. Wieviel Geld da in welche Gemeinde fließt bzw welche Versprechen (wenn ihr euch uns anschließt, bekommt ihr drei Jahre lang finanzielle Unterstützung in der Bildung) da gegeben werden, weiß man nicht. Das INteresse, das nach den Wahlen für ungefähr drei Tage intensiv aufgekommen ist, ist schon wieder hin.
Die Australier interessiert Politik eben nicht sonderlich.
Sie gehen lieber surfen.
Oder Kaffee trinken
Das erste Mal ist immer das schönste. Meistens zumindest. Das, was ich gerade mache, ist absolut gigantisch. Finde ich zumindest.
Es ist acht Uhr abends in Sydney, die Vögel zwitschern noch ein wenig, die Grillen zirpsen, ein laues Lüftchen weht übers Gesicht. Der Wein – ein guter Shiraz – läuft angenehm die Kehle hinab sozusagen. Der Geschmack ist wunderbar. Vor mir, eingerahmt von 3 Meter hohen Yucca-Palmen, das Tal von Coogee Beach, in der Ferne schimmert das Meer. Die Lichter des Ortes blinken. Herrlich. Die Sonne ist schon seit fast zwei Stunden unten, es ist schließlich Winter.
So hab ich mir das vorgestellt.